(K)ein Trauermarsch für die Herdprämie

© by Michaele Körner, Juli 2015

Und schon isse futsch, die Herdprämie. Dabei hat Horst Seehofer als  christlich sozialer Demagoge doch mal wieder mit seinem ganzen Gewicht von 7,4 % der Bundestagswahl-Stimmen  von 2013 so darauf gepocht. Auf Gleichheit wie schon bei „Die Farm der Tiere“, wo auch alle gleich sind – bis auf die Schweine natürlich, die sind gleicher.

Und Wahlfreiheit gerade für die Frauen, die mangels Führerschein  und wie in „45 qm Deutschland“ weiter sicher sein können, ohne all den täglichen Stress des Lebens und Begegnens in Deutschland ihre Zeit verbringen zu dürfen.  Man stelle sich das mal vor, die integrieren sich nachher noch. Das würde ja ein ganz neues Bild auf die Flüchtlingspolitik werfen.

Natürlich, es sind nicht nur ausländische Familien, die diese Wahlfreiheit nutzten. Auch deutsche, in welcher Gesellschaftsschicht auch immer integrierte Frauen, haben nun die freie Wahl, nach Erziehungs- und Scheidungszeit von Hartz 4 direkt in die Altersarmut zu wechseln. Die heißt dann wahrscheinlich Hartz 5 und benötigt nur noch ein zusätzliches Kreuz auf den „Ich bin kein Star und keiner holt mich hier raus“-Formular.

Zum Glück hatte Herr Seehofer Weitsicht und für Notfälle dieser Art vorgesorgt.  150 Euro Herdprämie sind weniger als 350 Euro Zuschuss für KITA-Plätze. Dann noch weniger Sprachförderkurse und weniger Zuschüsse für Plätze im Sportverein, da lacht doch die schwarze Null.

Und das ist absolut im christlich-sozialen Sinne für Frauen und Kinder. Ohne Sprachförderkurse sinkt die Gefahr des Stresslevels durch den Besuch von Gymnasien oder Unis.  Quasi ein Rundum-Sorglos-Paket, das sicherlich zu Dankesschreiben anregt. Nur, den Übersetzer müssen die schon selber zahlen, falls sie kein Bayerisch, pardon, Deutsch können.

Der einzige, der Nachteile aus dem Herdprämien-Konzept zu fürchten hatte, ist der Mann dieser traditionsbewussten Familie. Der arme Kerl muss den ganzen Tag arbeiten und das noch überwiegend unter seinesgleichen. Dann kommt er müde nach Hause und seine Frau steht an der Spüle und sieht gar nicht aus wie die neue Chefin, die irgendwas von flexiblen Arbeitszeiten gelabert hatte. Wer braucht denn sowas.

Vielleicht ist es doch ganz gut, dass die Herdprämie, wenn zunächst auch nur aus Formalgründen, heute gekippt wurde.

Ende

 

Foto: Homemade

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